on3-südwild | Online-Text: Interview mit Tobi Immler

on3ThumbnailDer Sprung zum Film – Tobi Immler bei „Ride On 2“

Am 16. Oktober feiert der Film „Ride On 2“ in München Premiere. Filmemacher Dee Dee Wallauer hat innerhalb von zehn Jahren einen Extremsportfilm auf die Beine gestellt, der nicht nur  viele verschiedenen Sportarten porträtiert, sonder vor allem die Sportler, die sich immer wieder neuen Herausforderungen stellen. Wir haben mit einem der Sportler gesprochen, der mit gespielt  und vor allem gesprungen hat.

Tobi Immler ist Münchener Motocross Freestyler und knapp 30 Jahre alt. Seit er sieben ist, sitzt er auf dem Motorrad und fährt bei deutschen und europäischen Motocross-Competitions mit. Vom Motocross-Rennen auf unwegsamem Gelände kam er dann zum Freestyle-Motocross (FMX), bei dem spektakuläre Sprünge und Tricks im Vordergrund stehen. Er ist einer der drei FMX-Fahren, die bei „Ride On 2“ mitgewirkt haben. Ein Film über das Setzten, Einhalten und Überwinden von Grenzen, in dem viele der Protagonisten zu den Mitbegründern der deutschen Szene zählen.

Was fasziniert dich so am Freestyle-Motocross?

Das Faszinierende und Tolle am FMX ist es durch die Luft zu fliegen. In letzter Zeit versuche ich mehr Events zu fahren, um das mehr auszukosten zu können. Bei den Meisterschafften muss man immer ans Limit gehen, um noch weiter, knapper und spektakulärer zu springen. Man steht die ganze Zeit unter großem Leistungsdruck. Die Events machen da viel mehr Spaß. Da geht es in erster Linie um schöne Sprünge für die Zuschauer.

Wie bist du zu Ride On 2 gekommen?

Ich kannte Dee Dee schon von früher. Er hat damals aktiv im Eisbach gesurft und ich bin auch ab und zu ins kalte Wasser gesprungen. Er rief dann viel  später im Jahr 2004 an, ob er mich und die anderen Münchner FMX-Fahrer mal beim Trainieren filmen könnte. Ein paar Monate nach dem Anruf stand er dann mit seiner Kamera am Flughafen, dort wo unser Trainingsplatz ist, und fing mit seinen Aufnahmen an.

Wie war der Dreh?

Dee Dee hat uns mit seiner Kamera beim Training begleitet. Das ging für ein paar Monate so. Natürlich mussten wir für ihn zehnmal oder öfter den gleichen Trick machen. Um besser zu werden, wiederholt man die Sprünge aber sowieso. Die beste Versicherung gegen Stürze ist, viel zu fahren und sein Bike zu beherrschen. Dass wir gefilmt wurden, hat uns vor allem angespornt  und motiviert und nicht gestört.

Was ist das Besondere an Ride On 2?

Ich habe den Film leider noch nicht gesehen. Dee Dee macht aus „Ride On 2“ ein großes Geheimnis und hat ihn erst wenigen gezeigt. Ehrlich gesagt, hab ich schon gar nicht mehr daran geglaubt, dass der Film noch fertig werden würde. Ich musste ziemlich lachen, als Dee Dee mich vor ein paar Wochen anrief und sagte, dass „Ride On 2“ bald Premiere feiert. Sicher wird er noch spektakulärer sein als der EisbachFilm „Keep Surfing“. Es ist einfach ungewöhnlich, dass so viele unterschiedliche Extremsportarten, wie Skaten, Snowboarden, Surfen und FMX zusammen gezeigt werden.

In dem Film geht es ja auch um die Urgesteine der Szene. Wie lange wirst du den Sport noch machen?

Irgendwann ist für jeden Sportler Schluss. Niemand spielt sein ganzes Leben professionell Tennis oder fährt Motorrad. Ich mache seit 2008 ein Online-Studium im Fach Sport Management, dass ich bald abschließe.  Sicher werde ich auch nach meinem Studium noch Motocross fahren und Springen. Wann ich dann aussteige kann ich nicht sagen. Jeder muss den Ausstiegspunkt für sich selber finden.

Was kommt nach dem FMX?

Was ich danach mache, kann ich noch nicht genau sagen. Ich werde wahrscheinlich ins Sportmanagement gehen und im Motorsport Bereich bleiben.